Leibniz Language Centre
Didaktisches Leitbild

Didaktisches Leitbild des Leibniz Language Centres

Das Leibniz Language Centre (LLC) ist eine weltoffene und international vernetzte Einrichtung der Leibniz Universität Hannover. Wir gestalten die Umsetzung der Sprachenpolitik der LUH, unterstützen dadurch deren Internationalisierungsstrategie und stärken die sprachliche Vielfalt. Wir fördern Studierende verschiedener Studiengänge nach ihrem individuellen Bedarf. Unsere didaktischen und pädagogischen Ansätze sind vor allem anwendungsbezogenkollaborativlernendenzentriert, ganzheitlichhandlungsorientiert und kommunikativ. So ermöglichen und fördern wir wirksam die Bewegung im akademischen Raum sowie in internationalen Institutionen.

In unserer Arbeit stärken wir die folgenden Fähigkeiten und Fertigkeiten der Studierenden:

  • ihre selbstbewusste, kreative Verwendung der Fremdsprachen
  • ihre allgemeinen und fachspezifischen Sprachkenntnisse im akademischen Kontext
  • ihr Verständnis der akademischen Diskurse in verschiedenen Sprachen und Kulturen und deren Bezug auf die gegenwärtige Welt
  • ihre Lernendenautonomie als selbstgestalteter Prozess des reflektierten, lebenslangen Lernens von Sprachen
  • ihre zusätzlich zu den Sprachkenntnissen erworbenen interkulturellen Kommunikationskompetenzen, die sie brauchen, um weltweit erfolgreich zu studieren und zu arbeiten
  • ihre Offenheit als mehrsprachige Handelnde der „Global Citizenship Education“, damit sie fachübergreifend herausfordernde Themen der Gegenwart sprachlich bewältigen können
Kursprogrammausrichtung

Unser Kursprogramm orientiert sich in der didaktischen Ausrichtung und im Zertifizierungssystem am Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen (GER).

GLOSSAR

  • sprachliche Vielfalt

    Unter „sprachliche Vielfalt stärken“ verstehen wir zum einen ein Angebot von möglichst vielen Fremdsprachen, die auch gleichzeitig gelernt werden können - und zum anderen auch die Unterstützung und das Nutzen der Mehrsprachigkeit unserer Studierenden. Wir orientieren uns dabei an der Idee der Mehrsprachigkeit des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GER)

  • anwendungsbezogen

    Sprache existiert nicht als eine Insel, sondern um dazu beizutragen, praktische, für die Lernenden individuell relevante Aufgaben zu lösen.  Die Kommunikation in einer bestimmten Sprache hilft, ein Ziel zu erreichen. Sie ist von Kontext und unterschiedlichen Umständen bestimmt und wird deswegen situationsbezogen angewandt, um ein bestimmtes, von den Lernenden selbst definiertes Ergebnis zu erreichen.

  • kollaborativ

    Unter „kollaborativ“ verstehen wir eine soziale Lernform, in der alle Lernenden an den Lerngegenstand flexibel und interaktiv unter Berücksichtigung der Lernziele der anderen herangehen. So ist es möglich, zusammen, respektvoll, bewusst und im selben Takt zu einem gemeinsam abgesprochenen Lernziel zu gelangen. 

  • lernendenzentriert

    Lernende bringen unterschiedliche Sprach- oder Fachkenntnisse, Lernstile und Lernerfahrungen mit. Je nach Lernbedarf streben sie Fortschritte in verschiedenen Teilkompetenzen an.  Das Angebot in Kursen, in der Beratung oder anderen Lehr- und Lernformen berücksichtigt die Sprachlernentwicklungen der einzelnen Lernenden.

  • ganzheitlich

    Darunter verstehen wir, dass die sprachliche Entwicklung in ein Bild des Menschen eingebettet ist, in dem Körper, Seele und Geist sowie das Umfeld als lebendiges System miteinander verbunden sind. Wir beziehen uns also auf die kognitive, emotionale, soziale und körperliche Dimension des Sprachenlernens.

  • handlungsorientiert

    Ergänzend zum Prinzip der Lernendenzentriertheit und der Ganzheitlichkeit werden Lernende in die Lernsituation aktiv einbezogen. Sie müssen als soziale Akteure in authentischen Situationen sprachlich handeln und erweitern dadurch ihre Sprachkompetenzen.

  • kommunikativ

    In Vordergrund steht nicht die Sprache als Ziel des Lernens, sondern Kommunikation und gegenseitiges Verständnis. Dabei wenden die Kommunikationspartner*innen (Studierende) in realen, lebensechten Situationen die Sprache an, so dass die Bedeutung von diskutierten Konzepten und Themen klar und vielseitig vermittelt wird (unter Berücksichtigung von vielfältigen Aspekten, die diese Bedeutung bestimmen).

  • kreativ

    Unter „kreativer Verwendung der Fremdsprachen“ verstehen wir, dass wir einen angstfreien, anregenden Raum schaffen, in dem die Lernenden ermutigt werden, die Fremdsprache in vielfältiger Weise anzuwenden und sich in der Zielsprache auszuprobieren. Dazu können verschiedene handlungsorientierte und performative Methoden beitragen.

  • Lernendenautonomie

    Lernendenautonomie verstehen wir als eine Kompetenz, über die Lernende bereits verfügen und die sich entwickeln und entfalten kann. Lehrende und Beratende schaffen dafür die Rahmenbedingungen, ermutigen, unterstützen und begleiten die Studierenden dabei, so dass sie die Verantwortung für ihr eigenes Lernen übernehmen können.

  • selbstgestaltet

    Ein „selbstgestalteter Prozess“ kann sich auf drei Aspekte beziehen: Auf das Regulieren der eigenen Lernhandlungen, das autonome Festlegen von Lerninhalten und auf das selbstbestimmte Einlassen auf einen Lernprozess. (Vgl.  Ludwig, J., 1999. Zugänge zum Selbstgestalteten Lernen aus subjektwissenschaftlicher Sicht. Literatur und Forschungsreport Weiterbildung, 43. Deutsches Institut für Erwachsenenbildung. S. 61.)

  • reflektiert

    Unter „reflektiert“ verstehen wir, dass die Lernenden sich bewusst werden, wie Sprachen sich unterscheiden und wie sie Fremdsprachen lernen.  Welche Beziehung besteht zwischen mir als Lernendem/als Lernender und der Sprache? Welche Lernstrategien sind hilfreich? Ändert sich diese Einstellung mit der Zeit oder mit der Erfahrung? Das ist die Grundlage dafür, das Lernen kontinuierlich zu optimieren.

  • interkulturelle Kommunikationskompetenzen

    Unter „interkulturellen Kommunikationskompetenzen“ verstehen wir erworbene Fähigkeiten, im Dialog mit Menschen aus anderen Ländern/Kulturen/Religionen/Hintergründen die Unterschiede ohne Urteil wahrzunehmen, eigenes kulturbedingtes Verhalten zu erkennen und so Bewusstsein zur kritischen Auseinandersetzung mit diesen Unterschieden zu entwickeln.